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Begriffe & Regelwerke

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    Begriffserklärungen

    Was bedeuten diese Begriffe?

    Der Begriff Reaktivabdichtung ist als Schlagwort für moderne, bitumenfreie Bauwerksabdichtungen geprägt worden. Eine eindeutige Definition gibt es dazu jedoch nicht, so dass damit verschiedene Produktgruppen gemeint sein können.

    In der Bauwerksabdichtung kann es sich bei Reaktivabdichtungen sowohl um flexible mineralische Dichtschlämmen → MDS als auch um flexible polymermodifizierte Dickbeschichtungen → FPD handeln. Diese beiden Begriffe sind klar voneinander abgegrenzt. Für beide Produktgruppen gibt es daher auch Prüfgrundsätze, nach denen die Hersteller jeweils ihre bauaufsichtlichen Prüfzeugnisse erstellen lassen können. Zudem existieren hierzu Anwendungsrichtlinien der Deutschen Bauchemie.

    Welche Art der Abdichtung (MDS oder FPD) auf der Baustelle zum Einsatz kommen wird, sollte daher im Vorfeld zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer besprochen und je nach Anwendungsfall ggf. schriftlich vereinbart werden.

    Was ist der Unterschied zwischen MDS- und FPD-Abdichtungen?

    Der Unterschied besteht im Wesentlichen in der erforderlichen Schichtstärke. Während MDS-Abdichtungen mit meist nur
    2 mm sehr schlank und wirtschaftlich ausgeführt werden können, benötigt man für FPD-Abdichtungen je nach Wasserbeanspruchung mindestens 3 mm bzw. 4 mm. Im letzteren Fall ist bei Abdichtungen nach DIN 18533 oder der FPD-Richtlinie eine Verstärkungseinlage  einzubetten. Wird die Abdichtung auf Grundlage der bauaufsichtlichen Zulassung ausgeführt, können die Botament Reaktivabdichtungen wahlweise auch ohne Verstärkungseinlage aufgebracht werden. 

    Bei der Auswahl von Reaktivabdichtung hilft erst mal ein Blick in die technischen Unterlagen des Herstellers, um festzustellen, für welche Anwendungen die Abdichtung zugelassen (geprüft) ist.

    Reaktivabdichtungen können als MDS, als FPD oder sogar als beides geprüft sein. Außerdem können sie je nach Produkt zusätzlich auch für Sonderbauweisen außerhalb der Fachrichtlinien verwendet werden.

    Regelwerke für die Bauwerksabdichtung

    In Deutschland existieren hierzu drei Regelwerke:
    Jedes dieser Regelwerke kann als Vertragsgrundlage für Abdichtungsarbeiten vereinbart werden. Die drei unterscheiden sich jedoch in den Anwendungsbereichen und auch in den geforderten Schichtstärken.

    In DIN 18533 sind unter anderem auch MDS-Abdichtungen enthalten, jedoch beschränkt die Norm deren Anwendungsbereich. Möchte man also auf Grundlage der DIN abdichten und MDS verwenden, sollte man wissen, was die Norm zulässt. 

    Die MDS-Richtlinie bietet einen deutlich größeren Spielraum für den Einsatz von MDS-Abdichtungen. Noch mehr Möglichkeiten für den Einsatz von Reaktivabdichtungen bieten die FPD-Richtlinie und die DIN 18533.

    Mit der Neuauflage der DIN 18533 (Stand Juni 2026) sind FPD-Abdichtungen zur Normbauweise geworden.

    Anwendungsbereich

    Mindesttrockenschichtdicke

    Erdberührte Bauteile

    DIN 18533
    MDS-Richtlinie
    FPD-Richtlinie
    W1-E: Abdichtung gegen Bodenfeuchte und nichtdrückendes Wasser

    2,0 mm*
    3,0 mm als FPD

    2,0 mm

    3,0 mm

    W4-E: Spritzwasser und Bodenfeuchte am Wandsockel sowie Kapillarwasser in und unter Wänden

    2,0 mm als MDS/FPD

    2,0 mm

    2,0 mm

    W2.1-E: Abdichtung gegen drückendes Wasser (Wassersäule ≤ 3 m)

    4,0 mm als FPD** 
    + Verstärkungseinlage

    2,0 mm*
    4,0 mm
    + Verstärkungseinlage
    W3-E: Nicht drückendes Wasser auf erdüberschütteten Decken

    3,0 mm als FPD** 
    + Verstärkungseinlage

    2,0 mm

    3,0 mm

    + Verstärkungseinlage

    Behälter/Becken

    DIN 18535

    MDS-Richtlinie
    FPD-Richtlinie
    W1-B: Behälter/Becken mit eine Füllhöhe ≤ 5 m

    2,0 mm

    4,0 mm

    W2-B: Behälter/Becken mit eine Füllhöhe ≤ 10 m

    2,0 mm

    4,0 mm

    *nur auf Betonuntergründen zulässig
    **nur 2K-Reaktivabdichtungen


    Sonderbauweisen außerhalb DIN 18533 und der Fachrichtlinien

    Konstruktionen gemäß WU-Beton-Richtlinie des DAfStb

    Die Botament Reaktivabdichtungen RD1, RD2 und RD 2morrow sind zusätzlich für Abdichtungsarbeiten von Übergängen zu bzw. Fugen in WU-Beton-Konstruktionen zugelassen. In diesen Fällen ist eine Mindesttrockenschichtdicke von 4 mm sowie eine im System geprüfte Verstärkungseinlage erforderlich.

    MDS-Abdichtung auf Mauerwerk bei Wassereinwirkungsklasse W2.1-E

    Die Botament Reaktivabdichtungen RD1, RD2 und RD 2morrow können gemäß unserer allgemeinen bauaufsichtlichen Prüfzeugnisse auch bei drückendem Wasser (Wassersäule ≤ 3 m) auf erdberührten Wänden aus Mauerwerk als MDS-Abdichtung eingesetzt werden. In diesem Fall ist eine Mindesttrockenschichtdicke von 3,0 mm erforderlich.